Herr Kasper, den ersten Ferrari hatten Sie mit 23 Jahren. Gab es seitdem auch andere Marken für Sie?
Ja, den Start verdanke ich meinen Eltern, denn natürlich kann man sich mit 23 Jahren so ein Auto nicht leisten. Das hat ja damals 520.000 Schilling gekostet.
Das nächste Fahrzeug war ein Maserati Merak SS, dann ein nagelneuer Maserati Biturbo und später wieder ein Ferrari 412i.

Wurde Ihnen die Liebe zum Sportwagen bereits in die Wiege gelegt?
Wenn man in ein italienisches Autohaus hineingeboren wird und mit 18 Jahren schon einen Fiat Coupé vom Vater bekommt, dann ist man infiziert. Ich sage gerne, dass es eine Liebeskrankheit ist, mit der ich schon auf die Welt gekommen bin.
 

"...besonders schlägt mein Herz für italienische Autos."


Was macht für Sie Ferrari aus?
Die Faszination und der Mythos resultieren natürlich aus der Formel 1. Ferraris sind außergewöhnliche Fahrzeuge. Es sind Kunstwerke auf 4 Rädern gepaart mit der Formel1-Technik. Sie strahlen das Besondere und Seltenheit aus.
Eigentlich liebe ich alle Sportwagen, aber besonders schlägt mein Herz für italienische Autos.

"Meine Bilanz sind 2600 verkaufte Sportautos."

Sie waren ja auch mal Maserati-Verkäufer. Wie war Ihre restliche berufliche Laufbahn?
Zuerst war ich Junior Chef im Autohaus meiner Eltern (Fiat und Lancia). 1981 haben wir jedoch alles verloren, die ganze Firma war weg. Mein Vater war damals Vorstand einer Privatbank, welche finanzielle Probleme bekam. Daher musste mein Vater Konkurs anmelden.
Später hatte mich das Glück wiedergefunden. Ich bekam ein Angebot vom Importeur von Lamborghini und Maserati. So verschlug es mich nach Wien.
In meiner gesamten Laufbahn war ich quasi für alle Sportwagenmarken außer für Porsche Geschäftsführer oder Verkaufsleiter. Konkret arbeitete ich für Maserati, Lamborghini, De Tomaso, Bugatti, Aston Martin, Bentley, Lotus, Pagani, Königsegg und Ferrari. Meine Bilanz über die Jahre sind 2600 verkaufte Sportautos, davon 520 Ferraris.

Wie entstanden die Sportwagenveranstaltungen und wann haben Sie den Ferrari-Club „Scuderia Ferrari Austria“ gegründet?
Nach meiner Laufbahn als Verkäufer und Geschäftsführer machte ich mich mit meiner Sportwagenagentur 1996 selbstständig. Ich vermittelte und verkaufte Autos. Außerdem konzentrierte ich mich auf Veranstaltungen, weil ich gesehen habe, dass es das beste Marketing ist, wenn gleichgesinnte zusammenkommen und wunderschöne Ausfahrten machen.
Das erste Treffen fand 1993 in Leibnitz mit 40 Ferraris satt. Später, aufgrund der erfolgreichen Veranstaltungen, sind immer mehr Ferrari-Besitzer an mich herangetreten. Ein Herr hat gesagt: „Herr Kasper, Sie sind der richtig Mann, gründen Sie einen Ferrari-Club!“. So habe ich 1996 mit der Gründung begonnen. Weltweit gab es damals aber nur Clubs, die aus den Importeuren resultierten. Es machte mich sehr stolz, dass ich nach über einem Jahr die Akkreditierung eines offiziellen Ferrari-Clubs, nämlich der „Scuderia Ferrari Austria“ bekommen habe und das ohne Importeur-Status.

 

„Herr Kasper, Sie sind ja der Mister Ferrari von Österreich!"

Herr Kasper, wie entstand Ihr Spitzname „Mister Ferrari“?
1996 hat das Magazin „News“ einen 6-seitigen Bericht über die Ferrari-Szene in Österreich gebracht. Ich wusste nichts von dem Vorhaben, mich hat der zuständige Redakteur angerufen und gesagt: „Herr Kasper, Sie sind ja der Mister Ferrari von Österreich!“. Ich fragte warum und der Redakteur meinte, er hätte in jedem Bundesland über die Ferrari-Szene Österreichs recherchiert und überall haben die Leute meinen Namen genannt.

"Velden bedeutet für mich das Monte Carlo Österreichs."

Wie ist das Sportwagenfestival in Velden entstanden?
In den ersten zwei Jahren (1996 und 1997) war es, aufgrund der Gründung des Ferrari Clubs, eine reine Ferrari-Veranstaltung. Für andere Sportwagenmarken gab es damals jedoch keine vergleichbaren Veranstaltungen. Daher fuhren bei unseren Ausfahrten viele andere Marken hinten nach. Ab 1998 wurde dann das „Ferrari-Festival“ zum „Sportwagenfestival“ und Sportwagen aller Marken durften offiziell teilnehmen. Außerdem habe ich gesehen, dass es auch für die Fans Klasse ist, da für jeden etwas dabei ist. Mittlerweile findet es schon zum 19. Mal statt und es hat sich enorm entwickelt.

Warum haben Sie Velden als Location gewählt?
Velden bedeutet für mich das Monte Carlo Österreichs. Das ist wie im Winter Kitzbühel. Der Ort ist prädestiniert: schöne Umgebung, schöne Autos, interessante Menschen. Man fühlt sich wohl und es hat einfach Flair.

Warum haben Sie Keusch als Partner gewählt?
Mir ist es sehr wichtig, dass sich eine Firma total mit einer Marke identifiziert und auch die Mitarbeiter voll dahinterstehen. Das ist entscheidend, ich brauche Partner, die dieselben Emotionen haben wie ich.

Auf was freuen Sie sich beim diesjährigen Sportwagenfestival am meisten?
Dass wirklich seltene Autos nach Velden kommen. Oft bin ich überrascht über Sondermodelle und Sondertunings, die ich selber noch nie gesehen habe. Außerdem freue ich mich immer auf die tollen Präsentationen der Importeure. Ich bin sehr stolz, dass alle offiziellen Marken dabei sind.

Woher kommen die Teilnehmer und wie viele nehmen teil?
Es sind 90% Österreicher, aber gesamt sind 15 Nationen vertreten, wobei der Anteil der Nachbarländer natürlich stark ist.
Insgesamt sind es um die 300 Teilnehmer. Laut Tourismusverband Velden sind an dem Wochenende aber zwischen 400 und 500 Sportwägen rund um den Wörthersee unterwegs.

Wie hoch ist der Anteil der Frauen?
Leider ganz gering. Wenn es 15 bis 20 Teilnehmerinnen sind, sind es viele. Es würde mich freuen, wenn sich das zukünftig ändert.

Gibt es Teilnehmer auf die Sie sich besonders freuen?
Auf Teilnehmer mit besonderen Autos, die sie mir sofort stolz und mit Herzblut zeigen. Die Besitzer sind ja oft wie ihre Autos - auch außergewöhnlich. Das schöne ist, dass die Teilnehmer nicht abgehoben sind, eine sehr große Lebensfreude besitzen und das auch mit den Fans teilen.

"Für mich sind Maseratis ja 4-türige Ferraris."

Heribert Kasper im Maserati Ghibli von Keusch

Besitzen Sie persönlich ein Auto oder mehrere?
Dank Keusch, als Maserati und Lexus Partner, fahre ich mit Stolz und viel Freude einen wunderschönen Maserati Ghibli. Das hat mir heuer wirklich total viel Kraft und Motivation gegeben, denn ich habe lange gesät und jetzt kommt die Ernte. Maserati und Ferrari sind ja die „La Familia“. Ich kaufte mir immer nur Autos dieser beiden Marken.
Privat besitze ich derzeit kein Fahrzeug, weil ich eben mit diesem Maserati Promotion Car fahren darf. Ich spare aber darauf hin, dass ich mir in meiner Pension einen gebrauchten Ferrari anschaffen kann. Natürlich in Kombination mit einem Maserati, weil man auch einen 4-Türer braucht. Im Optimalfall habe ich dann einen Maserati für den Alltag, fürs Wochenende und für die Sportwagentreffen einen Ferrari. Für mich sind Maseratis ja 4-türige Ferraris.

"Der Sound ist ein sehr wichtiger Bestandteil."

Was halten Sie als Sportwagenliebhaber vom Hybridantrieb?
Grundsätzlich muss man sagen, dass Abgas- und Lärmbestimmungen eingehalten werden müssen. Ich hoffe nur, dass die Emotion des Sounds nicht auf der Strecke bleibt. Die Emotion des Designs ist immer da. Was den Sound anbelangt ist es schwieriger, aber er muss da sein und wenn er künstlich geschaffen wird.
Was den Hybrid anbelangt, Ferrari hat mit dem LaFerrari, mit 163PS aus dem Hybridmotor und 800PS aus dem Benzinmotor, bereits ein Zeichen gesetzt.

Glauben Sie, dass sich der Hybrid durchsetzen kann?
Ja, aufgrund der zukünftigen 'Gesetzesänderungen müssen sich die Hersteller neuer Wege überlegen und sich auf verändernde Bedingungen einstellen. Und da ist nun das Geschick der Hersteller an der Reihe: Die Technik muss so entwickelt werden, dass die Kunden die Freude und die Emotion dies Fahrens nicht verlieren. Nur das Design ist zu wenig. Der Sound ist ein sehr wichtiger Bestandteil. Jeder Sportwagen hat eine Seele und das übertragt sich durch den Sound auf den Körper.
Lexus hat hier mit seinem neuen LC500h schon erste positive Schritte gesetzt.